Gold nach den NFPs: Schwache Job-Daten, aber noch schwächere Reaktion?

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen deutlich schwächer aus, als erwartet und reduzierten zunächst die Sorgen vor einer weiteren schnellen Zinserhöhung der Fed. Gold sprang darauf zeitweise bis über 4.220 USD. Doch die Käufer konnten den Impuls nicht verteidigen – zum Wochenschluss gerät stattdessen eine entscheidende Unterstützung unter Druck.

Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren rund 90.000. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 %, während die Stundenlöhne nur um 0,1 % zum Vormonat beziehungsweise 3,0 % zum Vorjahr zulegten. Zusätzlich wurden Juli und August zusammen um 60.000 Stellen nach unten revidiert.

Eigentlich ein gutes Umfeld für Gold: Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Oktober sank nach den Daten deutlich. Trotzdem konnte das Edelmetall seine zwischenzeitlichen Gewinne von mehr als 1 % nicht halten. Ein weiterhin starker US-Dollar und hohe Treasury-Renditen bleiben damit die dominierenden Belastungsfaktoren.

Charttechnischer Ausblick

Noch am Nachmittag deutete sich im Tageschart eine Doji-Kerze und damit große Unsicherheit an. Inzwischen hat sich das Bild jedoch sichtbar verschlechtert: Vom Tageshoch bei rund 4.225 USD wurde Gold bis in den Bereich um 4.130 USD zurückverkauft und notiert damit unmittelbar an der wichtigen Unterstützung bei 4.125 USD.

Genau hier dürfte sich nun die kurzfristige Richtung entscheiden. Kann die Kombination aus 4.125 USD und steigender Trendlinie verteidigt werden, bleibt eine Gegenbewegung in Richtung 4.243 USD möglich. Erst oberhalb dieser Marke und der fallenden Abwärtstrendlinie würde sich das Bild allerdings wieder deutlicher aufhellen. Dann wären 4.313 sowie 4.381 bis 4.427 USD die nächsten Ziele.

Ein nachhaltiger Bruch von 4.125 USD wäre dagegen ein weiteres Schwächesignal. Dann rückt zunächst 4.021 USD in den Fokus, bevor die größere Auffangzone zwischen 3.960 und 3.941 USD wieder relevant würde.

Die Reaktion auf die NFPs liefert damit selbst ein wichtiges Signal: Schwache Arbeitsmarktdaten reichen derzeit offenbar nicht aus, um Gold nachhaltig nach oben zu bewegen. Vor dem Wochenende behalten die Verkäufer damit kurzfristig die Oberhand.

Die neue Handelswoche im Fokus

Am Montag folgt mit dem ISM Services PMI bereits der nächste wichtige US-Konjunkturindikator. Am Dienstag stehen die US-Handelsbilanz und am Mittwoch insbesondere die Protokolle der September-Sitzung der Fed auf dem Programm. Gerade die FOMC Minutes dürften nach den schwachen Arbeitsmarktdaten genau darauf abgeklopft werden, wie geschlossen die Fed hinter ihrem zuletzt restriktiveren Kurs steht. Donnerstag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, bevor am Freitag das vorläufige Verbrauchervertrauen der Universität Michigan veröffentlicht wird.

Damit bleiben auch in der kommenden Woche US-Renditen, Dollar und die Erwartungen an den weiteren Fed-Kurs die entscheidenden Taktgeber für den Goldpreis.

Somit wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende und einen erfolgreichen Start in das erste Oktoberwochenende sowie in die kommende Handelswoche. Weitere Informationen rund um den Goldhandel sowie die Handelsmöglichkeiten bei Tickmill finden Sie auf unserer speziellen Tickmill Landingpage rund um den Goldpreis!

Ihr Tickmill General D-A-CH Manager
Christian Kämmerer